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Save Me Mannheim

Hintergrund

Save Me Mannheim ist Teil einer bundesweit aktiven, von Pro Asyl unterstützten Flüchtlingsinitiative. In zahlreichen Städten haben sich Save Me-Gruppen gebildet, die lokal und unabhängig voneinander arbeiten. Die Mannheimer Gruppe bildete sich im Frühjahr 2010, vernetzte sich mit bestehenden Mannheimer Flüchtlingsinitiativen und besteht im Kern mittlerweile aus 10-15 Aktiven und über 80 Unterstützerinnen und Unterstützern. Die große Mannheimer Kundgebung „Mannheim sagt Ja!“ am 17. Januar 2015 hat das Interesse an unserer Arbeit weiter vergrößert. Anlass unseres Engagements war der Film "Ein Augenblick Freiheit", bei dem das Thema Resettlement dargestellt wird.

 

Unsere Arbeit in Mannheim

Wir arbeiten auf verschiedenen Ebenen. Mittels Patenschaften unterstützen wir Flüchtlinge, die in unserer Stadt leben: Bei der Suche nach Arbeit und Sprachkursen, beim Umzug in eigene Wohnungen, bei der Einschulung ihrer Kinder und bei Behördengängen. Über die praktische Direkthilfe hinaus pflegen wir den Kontakt zu Politiker/-innen*n und Mitarbeiter/-innen sowohl aus der kommunalen Verwaltung als auch der Arbeitsagentur, um Lösungen für einen erträglicheren Aufenthalt der Flüchtlinge in unserer Stadt zu erzielen. Durch kulturelle Veranstaltungen versuchen wir, die Öffentlichkeit für die lokale, aber auch weltweite Flüchtlingssituation zu sensibilisieren.

Direkthilfe durch die Übernahme und Unterstützung bei der Vermittlung von Patenschaften. Konkret bedeutet dies: Wir unterstützen Flüchtlinge beim Umzug in eigene Wohnungen, bei der Suche von Sprachkursen oder Vermittlung von ehrenamtlich durchgeführter Sprachförderung, bei Behördengängen oder beim Verstehen von amtlichen Bescheiden. Wir beantragen mit den Flüchtlingen Leistungen aus dem Bildungspaket und helfen bei der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Dabei kooperieren wir mit den zuständigen Sozialverbänden, die auch die Vermittlung von Patenschaften koordinieren.

Politische Arbeit. Uns ist bewusst, dass Direkthilfe notwendig ist, aber die Probleme und Missstände nicht bei den Wurzeln packt. Deshalb gehört die politische Arbeit zu unseren selbst ernannten Kernaufgaben. So sprechen wir regelmäßig mit Stadträten, Politikern und Mitgliedern der Verwaltung über die Unterbringung der Flüchtlinge, die (zum Teil mangelnde) Sozialbetreuung, fehlende Transparenz bei der Vergabe von Mitteln zur Teilnahme an Sprachkursen oder die zum Teil unwürdige Behandlung von Flüchtlingen auf einigen Ämtern.

Nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ konnten wir schon einige Erfolge verzeichnen:

  • Am 4. Oktober 2011 beschloss der Hauptausschuss des Mannheimer Gemeinderats einstimmig, die Aufnahme von Flüchtlingen im Rahmen des UNHCR-Resettlement-Programms zu unterstützen. Daraufhin schrieb der Mannheimer Oberbürgermeister einen Brief an die Bundeskanzlerin, um sie über den Mannheimer Gemeinderats-beschluss zu informieren und  entsprechende Konsequenzen von der Bundesregierung zu fordern.
  • Die Kündigung der Sammelunterkunft Industriestraße und die dezentrale Unterbringung fast aller Familien seit Anfang 2014 in verschiedenen Wohnungen im Mannheimer Stadtgebiet. Circa 200 alleinstehende Männer, wenige Frauen und wenige sehr große Familien leben (überwiegend in WGs) in den großen Wohnungen einer ehemaligen amerikanischen Kaserne. Die Situation ist zwar nicht optimal, weil die Menschen auch hier isoliert von der übrigen Bevölkerung leben, aber weitaus besser als zuvor in der Sammelunterkunft.
  • Die Etablierung eines Runden Tischs. Ungefähr alle drei Monate lädt der Leiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales Mannheim alle Save Me-Mitglieder, Vertreter anderer befasster städtischer Ämter und Vertreter anderer Flüchtlingsgruppen, eine fachlich befasste Rechtsanwältin, die betroffenen Mitarbeiter der Sozialverbände u.a. ein, um zu informieren, sich Fragen, Klagen etc. anzuhören und zu diskutieren.

Kulturveranstaltungen. Durch die Organisationen von Ausstellungen, Film- und Theateraufführungen, Lesungen mit anschließenden Podiumsdiskussionen kommen wir mit der Öffentlichkeit und Politikern (die regelmäßige Besucher unserer Veranstaltungen sind!) ins Gespräch und versuchen sie für das weltweite Flüchtlingsdrama zu sensibilisieren. Ebenso stoßen wir „Begegnungsfeste“ für Flüchtlinge und Anwohner an. Aktuellstes Beispiel ist das Begegnungsfest am 14. September 2014 auf dem Kasernengelände, wo seit Juni 2014 ca. 200 Flüchtlinge leben. In 2015 ist wieder ein derartiges Fest geplant.

 

Zielgruppe(n)

Unsere Zielgruppen sind sowohl die in unserer Stadt lebenden Flüchtlinge als auch die für sie Verantwortlichen – Politiker und Verwaltung – sowie die Mannheimer Öffentlichkeit.

 

Ziel

Unser Ziel ist es, dass Flüchtlinge menschenwürdig behandelt, als gleichberechtigte Menschen wertgeschätzt und möglichst schnell in die Stadtgesellschaft integriert werden. Dazu gehören u.a. angemessener Wohnraum, der die Intimsphäre wahrt (d.h. dezentral), Sprachförderung, Ausbildungsplätze und ein schnellerer und hürdenloserer Zugang zum Arbeitsmarkt als bisher.

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